Brauchtum und Aberglaube zu Silvester Teil II

Nach unten

Brauchtum und Aberglaube zu Silvester Teil II

Beitrag  Bärbel am Do 31 Dez 2009 - 18:11

Wo kommt der Name her?

Der 31. Dezember ist seit der Einführung des Gregorianischen Kalender im Jahr 1582 der letzte Tag des Jahres. Dieser Tag ist dem heiligen Silvester geweiht.

Silvester war von 314-335 Papst unter dessen Pontifikat sich die Einführung des Christentums als Staatsreligion unter Kaiser Konstantin vollzog.

Papst Silvester I. verstarb am 31. Dezember 335 in Rom.
*********************************************

Wie mit allen Festtagen, so verbinden sich auch mit dem Jahreswechsel diverses Brauchtum und allerlei Aberglaube.

Das Abendessen zu Silvester sollte mit der Familie oder mit Freunden erfolgen, denn das Essen "im Kreise" seiner Nächsten symbolisiert den Schutz vor Dämonen, die diesen Kreis nicht zerstören können.

Silvester-Feuerwerk In der Nacht zum Jahreswechsel geht es schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern.

Geknalle, lärmende Umzüge mit vermummten Gestalten bei denen Trommeln, Schellen und Peitschenknallen für den nötigen Krach sorgten, sollten diese fernhalten.

In unserer Zeit wird dieses Brauchtum weltweit durch gigantische Feuerwerke ersetzt.

Dabei geht es heutzutage nicht mehr um die Vertreibung von Dämonen.

Das Silvesterfeuerwerk ist ein Ausdruck der Freude über das bevorstehende neue Jahr.

Alt und jung erfreuen sich an dem bunten Himmelsspektakel.

Alleine in Deutschland werden Jahr für Jahr Knaller, Böller, Schwärmer und vor allem Raketen für mehr als 60 Millionen Euro in die Luft gejagt.

Knaller, Feuerwerk, Kirchenglocken, Walzermusik und Sektkorken - Lärm und Musik sind aus den meisten Kulturen genauso wenig wegzudenken wie die Glückwünsche.

"Ein gutes und gesegnetes neues Jahr!"
- so oder so ähnlich lauten die typischen
Grüße oder Wünsche zum Neuen Jahr.

Im privaten Umfeld wünscht man sich
dagegen meist "einen guten Rutsch".

Wobei der "gute Rutsch" nichts mit einem "Hinüberrutschen" ins neue Jahr zu tun hat.

Der Ausdruck geht auf das hebräische Wort "rosch" zurück, das "Anfang" bedeutet, also den Beginn des neuen Jahres.

Sind dann die ersten Sekunden des neuen Jahres angebrochen, so stößt man auf den Silvesterpartys mit einem Glas Champus an und sagt "Prosit Neujahr" oder "Prost Neujahr".

Das Wort "Prosit" ist lateinisch und bedeutet "es möge gelingen".

Alle diese Neujahrswünsche drücken die Hoffnung aus, daß das neue Jahr Glück bringen werde.

Freunden, Verwandten und Bekannten, mit denen man Silvester nicht verbringen konnte, übermittelt man den Neujahrswunsch über eine Neujahrskarte oder telefonisch.

Im Zeitalter von Internet und schnurlosem Telefonieren schickt man auch eMails, digitale Grußkarten oder SMS.

Ein noch junger Brauch ist, das alte Jahr laufend zu verabschieden. An den immer beliebter werdenden Silvesterläufen beteiligen sich Tausende von Menschen.

Der weltweit älteste und bedeutendste Silvesterlauf findet alljährlich in São Paulo in Brasilien statt.

Natürlich hat auch die Mainmetropole "ihren" Silvesterlauf. Der Mainova Silvesterlauf findet bereits zum 30. Mal statt.

Deutungen und Glücksbringer

Eine ganze Reihe an Deutungen und Glücksbringern beeinflussen die Feiern zum Jahreswechsel bis heute.

Diese Bräuche gehörten schon seit ewigen Zeiten zum magischen Denken und Handeln der traditionellen Gesellschaften.

Dabei dreht sich alles um die Verabschiedung des alten Jahres und die Begrüßung des neuen.

Hintergrund des ausgelassenen, manchmal ausschweifenden Feierns ist die Hoffnung auf Fruchtbarkeit und Wohlstand im neuen Jahr.

Weit verbreitet ist das "Bleigießen" kurz nach Mitternacht. In einem eigens dafür vorgesehenen Löffel wird ein Stück Blei über einer Kerzenflamme erhitzt, geschmolzen und dann rasch in ein Gefäß mit kaltem Wasser geworfen.

Aus dem Schatten der daraus entstandenen Figuren glaubt man die Zukunft deuten zu können.


Zum Jahreswechsel haben Glücksbringer Hochkonjunktur

Beliebt sind die "Glückspfennige", die gem. der alten Volksweisheit "wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert", Ihre glücksbringende Bedeutung bis heute aufrechthalten konnten.
Glückspfennig
Der Glückspfennig, in Zeiten des Euros eigentlich Glückscent, aber das sagt kaum Einer, ist ein Symbol für Reichtum. Indem man ihn symbolisch verschenkt, wünscht man dem Empfänger, daß diesem niemals das Geld ausgehen möge.

Des Hufeisens Aufgabe dagegen ist es, als Talisman Haus und Hof zu schützen und Fremden den Eingang zu verwehren.

In früheren Zeiten wurde es auch an Schiffsmasten genagelt - selbst Admiral Nelson sorgte dafür, daß die "Victory" nicht ohne diesen Glücksbringer in See stach.

Schornsteinfeger oder Kaminkehrer gelten als Glücksbringer, weil sie immer als erste am Neujahrsmorgen durch die Straßen gingen und zum neuen Jahr gratulierten.

Zum Jahreswechsel haben Glücksbringer Hochkonjunktur

Glücksklee Glück kommt auch aus dem Blumentopf. Die Rede ist natürlich vom vierblättrigen Klee, dem "Glücksklee", welcher dem Volksglauben nach Glück bringen soll.

Das geheimnisumwitterte Kleeblatt stammt eigentlich aus Mexiko und beflügelt geheime Wünsche und Hoffnungen zum Jahreswechsel.

Glücksschwein Weit verbreitet sind auch Glücksschweine, meistens aus Marzipan.

Schon für die alten Germanen war der Eber heilig.

Das Schwein gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und damit als Zeichen für Wohlstand und Reichtum.

"Schwein gehabt zu haben" bedeutet bei uns daß einer viel Glück gehabt hat.

Wer über viel "Schwein" verfügte, galt bei den Griechen und Römern als privilegiert und gut situiert.

Glückskäfer Der Marienkäfer gilt als Himmelsbote der Mutter Gottes, daher der Name.

Beschützt die Kinder und heilt die Kranken, wenn er ihnen zufliegt.

Niemals abschütteln oder gar töten - das bringt Unglück.

Ganz sicher geht man, wenn man die Glücksbringer addiert.

Der Handel hat sich längst auf die Vermarktung, des auch noch in heutiger Zeit weitverbreiteten Aberglaubens, spezialisiert.

Selbst im Supermarkt lassen sich Glücksschweine aus Marzipan, Marienkäfer aus Schokolade, kleine Töpfchen mit Glücksklee, dekoriert mit einem Schornsteinfeger oder einem Glückspfennig, kaufen.

Egal, wenn's hilft, denken sicher viele, und letztlich versetzt der Glaube bekanntlicherweise auch Berge. lach



Quelle:frankfurt-interaktiv.de

________________________


Ich bin wie ich bin - und das ist gut so - Bärbel


Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
avatar
Bärbel
Admin
Admin

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 7197
Ort : 17454....Am großen Wasser
Arbeit/Hobbies : Astrologie
Laune : immer gute Laune
Anmeldedatum : 01.09.07

http://www.urlaubinzinnowitz.de.vu/

Nach oben Nach unten

Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten